Kompositbögen bestehen aus verschiedenen Materialien. Ziel ist es, dadurch die Stabilität und die Schusskraft des Bogenholzes zu verbessern. Bereits im alten Ägypten wurde dieses Verfahren benutzt, auch in alten Gräbern im Kaukasus und der Mongolei wurden als Grabbeigaben Kompositbögen gefunden. Sie waren aus Holz und zusätzlich mit einer Schicht Tiersehnen überklebt. Damit wurde hauptsächlich die Bruchfestigkeit des verwendeten Holzes optimiert. Als Ergebnis konnten kürzere Bögen mit höherer Schusskraft hergestellt werden – mit den entsprechenden Vorteilen beispielsweise für berittene Jäger oder Krieger. Später wurde diese Technik noch weiter verbessert. So wurde zusätzlich zum Sehnenbelag auf dem Bogenrücken auf der Innenseite des Bogens eine druckfeste Hornschicht aufgebracht. Diese Bögen waren sehr leicht, kurz und besonders leistungsstark. Solche Bögen waren von der Mongolei aus über Asien bis in den Mittelmeerraum hinein verbreitet. Zahlreiche Turkvölker benutzten sie bis in das 19. Jahrhundert. Ein exakter Nachbau dieser frühen Kompositbögen ist schwierig, da bislang leider keine Bauanleitungen gefunden wurden. In Mitteleuropa wurden solche Bögen nicht hergestellt. Gegen solche Bögen sprachen vor allem die hohen Produktionskosten, bedingt durch das aufwendige Verfahren. Außerdem waren die verwendeten Kleber nicht wasserfest und damit für das hier herrschende Klima nicht geeignet. Mit der Erfindung der Glasfaser und des Epoxidharzes ist es heute möglich, leistungsstarke Bögen industriell zu fertigen. Aktueller Stand der Entwicklung ist die Verwendung von Karbonfasern. Doch auch heute noch finden traditionell hergestellte Kompositbögen Liebhaber. Genutzt wird dabei auch die Möglichkeit, verschiedene Hölzer zu laminieren. So kann Bambus aus China mit Hölzern aus Europa, Nordamerika und den Tropen kombiniert werden, wobei die Stärken jedes Holzes wie gute Wurfeigenschaften, geringes Gewicht oder hohe Bruchfestigkeit optimal genutzt werden. Am Ende stehen Kompositbögen, die vollständig aus Holz sind, sehr gut aussehen und exakt auf die Bedürfnisse des jeweiligen Nutzers hin zugeschnitten sind. Nachdem ich viele Jahre klassische Bögen gebaut habe, widme ich mich seit langem auch den faszinierenden Kompositbögen. Dabei habe ich mich auf traditionelle Formen konzentriert und sie mit neuzeitlichen Freizeit- und Jagdbögen kombiniert. Meine Bögen sollen schließlich nicht nur gut aussehen, sondern ihren Besitzern auch höchsten Nutzwert bieten. Besonderes Augenmerk lege ich dabei auf Komfort bei der Handhabung und das Abschussverhalten.                             
Wissenswertes über Kompositbögen
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